Orientierung und Prinzipien unseres Handelns

Unser Bild vom Kind, den Eltern und der Familie

Vergleiche nie ein Kind mit einem anderen, sondern immer nur mit sich selbst.“

(Johann Heinrich Pestalozzi)

Unser Bild vom Kind

Das Kind steht im Mittelpunkt unseres Handelns.

Jedes Kind hat das Recht auf Erziehung und Bildung und darauf, diese aktiv mitzugestalten.

Jedes Kind ist für uns eine einzigartige, eigenständige Persönlichkeit, geprägt durch seine Herkunft und Kultur mit eigenen Gedanken, Fähigkeiten, Stärken und Schwächen, eigenen Bedürfnissen und Wünschen.

Wir geben jedem Kind die Zeit und die Freiräume, die es für seinen individuellen Entwicklungsprozess benötigt.

Wir legen unser Augenmerk auf die Stärken eines Kindes und versuchen diese weiterzuentwickeln. Dabei sind wir uns unserer Vorbildfunktion bewusst. Die Kinder lernen nicht nur von uns, sondern wir lernen auch von ihnen. Daraus entsteht ein sich immer wiederholender gegenseitiger Lernprozess.

Orientierung und Prinzipien unseres Handelns

Unser Bildungsverständnis

Hilf mir, es selbst zu tun.“ (Maria Montessori)

Bildung im Kindergarten gestaltet sich für uns als sozialer Prozess, an dem Kinder und Erwachsene gleichermaßen beteiligt sind.

Die Kinder bauen dabei nicht nur auf ihre natürlichen Ressourcen (z.B. Sprache) auf, sondern auch das kulturelle Umfeld und die Vermittlung von Normen und Werten gestalten diesen Prozess mit.

In unserer sich rasch verändernden Wissensgesellschaft werden Kompetenzen immer wichtiger. Grundlegende Kompetenzen und Werthaltungen geben dem Kind Sicherheit und Orientierung.

Wissenserwerb und Basiskompetenzen werden nicht voneinander getrennt erlernt, sondern stehen in engem Zusammenhang.

Um eine gesunde Entwicklung zu ermöglichen, sehen wir das Kind ganzheitlich.

Das heißt, nicht nur geistige Fähigkeiten sind zu fördern, sondern alle Bereiche und Sinne werden angesprochen – mit Kopf, Herz und Hand.

Diese erworbenen Kompetenzen, Werthaltungen und das Wissen bilden einen soliden Grundstock und erleichtern dem Kind den Start in die Schule.

Orientierung und Prinzipien unseres Handelns

Inklusion

Inklusion ist ein Prozess und gleichzeitig ein Ziel, menschliche Verschiedenheit als Normalität anzunehmen und wertzuschätzen.“

Der Begriff „Inklusion“ bedeutet – aus dem Lateinischen übersetzt – Einschluss, Einbeziehung, Zugehörigkeit. Im pädagogischen Sinne ist damit gemeint, dass alle Kinder gleichberechtigt in einer „normalen“ Kindertagesstätte bzw. Schule teilhaben dürfen, ohne ausgegrenzt und diskriminiert zu werden.

Inklusive Pädagogik hat ihre Wurzeln in der Vielfalt des gemeinsamen Lebens und Lernens.

Was bedeutet das für uns?

Für uns als katholischer Kindergarten gilt, dass alle Menschen gleichwertig sind und unabhängig von ihrer Leistung eine unverlierbare Würde besitzen.

Wir nehmen jedes einzelne Kind mit seinen individuellen Fähigkeiten, seinen eigenen Voraussetzungen und in seiner Lebenssituation wichtig und ernst.

Unser Kindergartenalltag ist geprägt von einer gemeinsamen Betreuung, Bildung und Förderung aller Kinder. Dies bezieht sich auf die körperliche, emotionale, soziale und kognitive Entwicklung jedes Einzelnen.

Wir sehen die Förderung der Kinder mit speziellem Bedarf als gemeinsame Aufgabe aller Mitarbeiter unserer Einrichtung. Aus diesem Grund bilden wir uns als Team regelmäßig weiter, um eine bestmögliche Entwicklung der Kinder zu erzielen.

Bei unserem Anmeldegespräch steht das Kind und seine individuellen Fähigkeiten im Fokus. Dabei muss genau abgewogen werden, ob wir mit unseren Möglichkeiten und Rahmenbedingungen die idealen Voraussetzungen für die optimale Entwicklung des Kindes haben.

Um eine gute Förderung für das jeweilige Kind zu gewährleisten, ist eine enge Zusammenarbeit mit Eltern, Ärzten und den Fachkräften der Frühförderung unabdinglich.

Inklusion ist für uns ein immerwährender, fortlaufender Entwicklungsprozess, in den wir alle Beteiligten miteinbeziehen.

Wenn viele Menschen gemeinsam gehen, entsteht ein Weg.“ (Afrikanisches Sprichwort)

Orientierung und Prinzipien unseres Handelns

Partizipation

Geborgenheit bedeutet, jemanden mit ganzem Herzen zu umarmen, ihm aber jederzeit die Möglichkeit zu geben, diese Umarmung zu lösen.“ (Birgit Ramlow)

Definition aus der Praxis

Partizipation ist vielmehr als nur eine partielle Beteiligung, die ein Mitentscheiden oder Mitwirken mit einer gewissen Beliebigkeit mal zulässt und mal nicht. Die Grundhaltung für partizipative Prozesse ist, die Kinder als Experten in eigener Sache zu sehen. (…) Dabei hat Beteiligung auch immer mit Machtabgabe zu tun. Erwachsene verzichten bewusst auf einen Teil ihrer Macht. (…) Dazu gehört viel Zutrauen in die Kinder. (…) Auch die Kinder müssen erst einmal lernen, mit der neuen Macht, die sie erhalten, umzugehen. Dafür brauchen sie die aktive Unterstützung durch Erwachsene.“

(Definition aus der Praxis: Schubert-Suffrian, F./Regner, M. (2015): Partizipation in Kita und Krippe; kindergarten heute, praxis kompakt, Themenheft für den pädagogischen Alltag. Freiburg: Verlag Herder, S. 5)

Partizipation im Alltag leben

Wir teilen Verantwortung mit den Kindern, auch indem sie Aufgaben für unsere Gemeinschaft übernehmen, z.B. feste Aufgaben bzw. Dienste bekommen, wobei sich ein Vorschulkind mit einem anderen Kind die Verantwortung für einen Dienst teilt. Zu den Örtlichkeiten, in denen ein Dienst stattfindet, gehören das Gruppenzimmer mit den verschiedenen Ecken sowie die Garderobe. Die „großen“ Kinder übernehmen in Form von Patenschaften für ein „kleines“ Kind die Verantwortung für ein ganzes Kindergartenjahr, damit sich ein neues Kind gut in den Kindergarten einleben kann.

Wir wissen, dass Kinder ihren Willen auf vielfältige Weise äußern.

Durch Weinen, Schreien, Wutanfälle, Stampfen, Stoßen, Spielzeug werfen, Schlagen, Zornen, Bockig sein. Durch die Sprache „Ich will…“, „spielst du mit mir“, Mimik und Gestik.

Bei uns haben Kinder Einfluss.

Die Kinder dürfen z.B. den Speiseplan mitgestalten, das heißt, sie dürfen Nachtische auswählen und Lieblingsspeisen vorschlagen.

Wir gehen rücksichtsvoll mit besonderen Anliegen und Einzelmeinungen um.

Wir akzeptieren unterschiedliche Gebetshaltungen und halten bestimmte Regeln (kein Schweinefleisch, Gummibärchen…) bei muslimischen Kindern ein. Die Eltern können ihre Anliegen jederzeit mitteilen (Tür- und Angelgespräche) oder haben die Möglichkeit einen Gesprächstermin zu vereinbaren. Besondere Anliegen werden im Team besprochen.

Kinder wie Erwachsene erinnern sich gegenseitig an Grenzen und Regeln, wenn diese nicht eingehalten werden.

Es gibt z.B. einen Regelkäfer oder visuelle Formen, die alle an bestimmte Regeln erinnern. Diese Regeln werden mit den Kindern erarbeitet und mit Hilfe von Bilderbüchern und Fotos erklärt sowie aufgezeigt. Die älteren Kinder erinnern, durch Aufsagen bzw. Aufzeigen der Regel die jüngeren Kinder. Die Kinder dürfen durch Handzeichen „Halt! Stopp! Das will ich nicht!“ einem anderen Kind oder Mitmenschen seine Grenzen aufzeigen.

Wenn Kinder sich beschweren, finden wir mit ihnen heraus, worum es ihnen geht.

Bei auftretenden Beschwerden, Konflikten, Problemen hören wir den Kindern zu und unterstützen sie darin einen Lösungsweg zu finden und diesen selbstständig umzusetzen.

Gemeinsam getroffene Entscheidungen gelten für alle, bis neue getroffen werden.

Regeln und Grenzen werden mit den Kindern gemeinsam besprochen, ebenso die Konsequenzen bei Verstoß dieser Regeln.

Wir befragen alle Kinder bei anstehenden Entscheidungen, die sie betreffen (z.B. in Bezug auf Spielbereiche im Garten). Bei verschiedenen Aktionen gibt es Wahlmöglichkeiten für die Kinder. Auch stimmen die Kinder über Entscheidungen ab, z.B. mit Hilfe von Steinen oder Kinderzahlen. Sehr wichtig ist auch das Freispiel, da die Kinder hier entscheiden können, wie sie ihren Vormittag gestalten wollen, mit wem sie spielen, und was sie spielen möchten.

Kinder setzen bei uns ihr Recht auf Beteiligung um.

Dies zeigt sich durch Stuhlkreise, in denen Kinder ihre Ideen und Wünsche einbringen können. Ebenso bei der Gestaltung der Essenspläne, da Kinder äußern, was ihnen schmeckt oder was sie gerne ausprobieren möchten. Hierzu nutzen die Kinder Wahloptionen, wie z.B. Punkte kleben, Handzeichen und Befragungen.

Bei uns entwickeln Kinder ihre Ideen gemeinschaftlich und probieren sie eigenständig aus.

Durch das Gestalten pädagogischer Angebote und die Teilnahme der Kinder Projekte mit den Pädagogen zu entwickeln, fördern wir die Interessensbekundung der Kinder und zeigen auf, was ihnen wichtig ist und warum. Der Alltag ist ein effektiver und wichtiger Lernbegleiter, dort werden die Kinder ermuntert mitzuentscheiden. Hierfür ist das Freispiel eine wichtige Komponente, da die Kinder dort Demokratie und freie Entscheidungen spielerisch leben. Sie entscheiden, wer ihre Spielpartner sind und wie bzw. was sie spielen möchten. Die Kinder müssen sich mit Meinungen anderer (Spielpartner) auseinandersetzen und Kompromisse verhandeln. Dadurch entscheiden sie selbst, Regeln werden festgelegt und auch Konflikte ausgetragen.

Die Ideen der Kinder führen bei uns zu Veränderungen.

Entwicklung findet immer statt. Dies ist auch zu spüren, indem wir Ideen und Anmerkungen aller ernst nehmen, hören und entwickeln. Hierfür führen wir Interviews, Gesprächsrunden und Befragungen durch. Wesentlich ist es zu beobachten und aufmerksam zu sein. Den Kindern sollen Methoden an die Hand gegeben werden, damit sie selbst Ideen und Wünsche entwickeln können. Sie sollen lernen, sich auch kritisch äußern zu dürfen, erleben, dass sie gehört und ihre Wünsche umgesetzt werden – wenn möglich. Dies zeigt sich z.B. durch Umgestaltung der Gruppenräume und einer Gestaltungsecke, welche für alle Kinder in Kleingruppenarbeit zugänglich ist.

Quelle:

  • www.duvk.de – Für eine Kultur des Mitgestaltens

  • Schubert-Suffrian, F./Regner, M. (2015): Partizipation in Kita und Krippe. kindergarten heute, praxis kompakt, Themenheft für den pädagogischen Alltag. Freiburg: Verlag Herder

Orientierung und Prinzipien unseres Handelns

Schutzkonzept

Prävention als Erziehungshaltung

Prävention betrifft alle Bereiche der Gesellschaft, in denen Kinder und Jugendliche ein Verhältnis besonderen Vertrauens unterhalten und zugleich davon abhängig sind. Das fordert eine Pädagogik, die der Stärkung der Persönlichkeit jeden einzelnen Kindes und Jugendlichen verpflichtet ist.

Angemessenes Verhältnis von Nähe und Distanz

Mitarbeiterinnen bekommen eine Handlungssicherheit, was in der Einrichtung in Ordnung ist und was nicht. Somit sinkt die Gefahr von unbeabsichtigten Grenzüberschreitungen. Grenzüberschreitungen von Mitarbeiterinnen können besser wahrgenommen werden, wenn vorher klar ist, wie ein gewünschtes Verhalten aussieht.

Klare Regeln und transparente Strukturen

Prävention zieht sich durch alle Bereiche der Einrichtung und bietet eine klare Handlungsleitlinie für Mitarbeiterinnen. Übergriffe werden dadurch erschwert, dass die Einrichtung klar formuliert hat, wie fachlich korrektes Handeln aussieht und somit „Graubereiche“ vermieden werden.

Sexualpädagogisches Konzept

Kindern wird eine Sprache vermittelt die eine Aufdeckung von Missbrauch besser ermöglicht. Mitarbeiterinnen, Eltern und Kindern wird klar, was noch „normal“ ist und was als Übergriff einzustufen ist. Dies gilt für Grenzüberschreitungen durch Kinder genauso, wie für Übergriffe durch Erwachsene.

Raumkonzept

Kinder erfahren ihre Welt über Körper und Sinne. Sie brauchen eine anregende Umgebung, die geschützte Rückzugsmöglichkeiten bietet und gleichzeitig offen ist für viele Lernerfahrungen. Die Räume müssen so gestaltet sein, dass die Kinder sich darin wohl fühlen und ausreichend Anregungen bekommen, immer wieder Neues auszuprobieren.

Zusammenarbeit mit den Eltern und Erziehungsberechtigten

Transparenz; welche Regeln in der Einrichtung gelten. Eltern erhalten Klarheit darüber, was für den Schutz ihrer Kinder in der Einrichtung getan wird. Durch gute Information werden Eltern darin gestärkt Missstände aufdecken zu können.

Eltern werden in ihrem Erziehungsverhalten begleitet. Klare Aussagen der Einrichtung, was von den Eltern erwartet wird.

Aus- und Fortbildung

Unangenehmes Wissen wird häufig verdrängt. Regelmäßige Aus- und Fortbildungen können dem entgegenwirken. Im Alltag der Einrichtungen sind viele Themen präsent. Regelmäßige Fortbildung kann sicherstellen, dass die Prävention von sexuellem Missbrauch nicht aus dem Blick gerät.

 

Partizipation

Mitwirken und –gestalten der Kinder in allen Bildungs- und Erziehungsbereichen. Partizipation ist als Recht der Kinder formuliert. (siehe Punkt 2.4)

Beschwerdemanagement

Für Kinder, Mitarbeiterinnen und Eltern müssen die Wege der Rückmeldung und Beschwerde klar und einfach zugänglich sein.

Pädagogische Konzeption

Erwartungen an Eltern formulieren, für das Wohl ihres Kindes Sorge zu tragen. Kindergarten bietet Vermittlung zu Fachstellen an: Verankerung von Prävention, Partizipation, Beschwerdemöglichkeiten sowie durchgängige Überprüfung der Konzeption hinsichtlich Haltung und Umsetzung, findet sich der Präventionsgedanke in allen relevanten Bereichen wieder?